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Gewächshaus-Vergleich

Hohlkammerplatten: 4, 6, 8 oder 10 mm?

Stand: Oktober 2026

Hohlkammerplatten (auch Stegplatten oder Stegdoppelplatten) sind die häufigste Eindeckung bei Gewächshäusern. Zwischen zwei Kunststoffwänden liegen Luftkammern, die wie ein Doppelfenster dämmen. Die Stärke der Platte entscheidet, wie viel Wärme drin bleibt. Hier erfährst du, welche Stärke du brauchst.

4 mm: für Sommer und Anzucht

4 mm Platten sind der Standard bei günstigen Alu-Gewächshäusern. Das Vitavia Comet 3800 und viele Modelle unter 300 € nutzen diese Stärke.

  • Gut für: Tomaten, Gurken und Paprika von Mai bis September, Anzucht ab April
  • Schwach bei: Frost, langen kalten Nächten im März und Oktober
  • Stabilität: dünne Platten biegen sich im Wind stärker und springen leichter aus den Profilen

Wenn du nur im Sommer gärtnerst, reichen 4 mm. In unserem Score gibt es dafür 1 von 2 Punkten.

6 mm: der gute Kompromiss

6 mm sind spürbar wärmer als 4 mm. Du kannst ein paar Wochen früher anfangen und später aufhören. Die Platten sind steifer und sitzen fester im Rahmen. Beispiele sind das Vitavia Apollo 3800 oder das GFP Eco-Star 4.

  • Gut für: eine lange Saison von März bis November
  • Mit Frostwächter: frostfreies Überwintern von Kübelpflanzen möglich

Im Score: 1,5 von 2 Punkten.

8 mm: für die lange Saison

8 mm Platten findest du vor allem bei Marken im mittleren und oberen Preisbereich, zum Beispiel beim GFP Topas 6. Auch das Juwel Frühbeet Biostar 1500 hat 8 mm Thermoplatten mit einer No-Drip-Beschichtung, die Kondenswasser ablaufen lässt, statt es auf die Pflanzen tropfen zu lassen.

  • Gut für: Gärtnern fast das ganze Jahr, Wintergemüse wie Feldsalat und Spinat
  • Mit Heizung: sparsamer, weil weniger Wärme verloren geht

Im Score: 2 von 2 Punkten.

10 mm: das Maximum

10 mm Platten sind selten. Das GFP Titan 22 ist so ein Haus. Es wiegt laut Hersteller 100 kg und hat 170 cm Seitenhöhe.

  • Gut für: Überwintern empfindlicher Pflanzen, Standorte mit viel Wind und Schnee
  • Nachteil: etwas weniger Licht als dünnere Platten, höherer Preis

Im Score ebenfalls 2 Punkte, weil wir ab 8 mm die volle Punktzahl geben.

Der Lichtverlust

Jede zusätzliche Kammerwand schluckt ein wenig Licht. Dicke Platten sind also wärmer, aber etwas dunkler. Für die meisten Gemüsepflanzen ist das kein Problem, weil das gestreute Licht gleichmäßiger verteilt wird. Wichtiger als die Dicke ist, dass die Platten sauber sind.

UV-Schutz: die richtige Seite nach außen

Polycarbonat wird im Sonnenlicht ohne Schutz gelb und spröde. Gute Platten haben deshalb eine UV-Schutzschicht auf einer Seite. Diese Seite ist meist mit einer Folie oder einem Aufdruck markiert.

  • Beim Aufbau: Die markierte Seite gehört nach außen. Wer die Platten falsch herum einsetzt, hat nach wenigen Jahren trübe, brüchige Scheiben.
  • Schutzfolie: Zieh die Folie erst ab, wenn die Platte im Rahmen sitzt, und merk dir vorher, welche Seite außen ist.
  • Im Datenblatt: Steht dort "UV-stabil" oder "beidseitig UV-geschützt", bist du auf der sicheren Seite. Fehlt jede Angabe, frag beim Händler nach.

Kanten abdichten

Offene Kammern sammeln Staub, Insekten und Wasser. Nach ein paar Jahren wachsen dort Algen, und die Platte wird grün. Dagegen hilft:

  • oben ein dichtes Aluklebeband über die Kammern
  • unten ein luftdurchlässiges Band, damit Kondenswasser ablaufen kann
  • die Platten senkrecht einbauen, die Kammern laufen also von oben nach unten

Reinigen

Einmal im Jahr, am besten im Herbst, solltest du die Platten putzen. So kommt im Winter mehr Licht an.

  1. Mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm vorspülen.
  2. Mildes Spülmittel verwenden, keine Scheuermittel, keine Lösungsmittel.
  3. Nicht mit dem Hochdruckreiniger direkt auf die Kanten halten, das drückt Wasser in die Kammern.
  4. Mit klarem Wasser nachspülen.

Algen in den Kammern bekommst du kaum heraus. Darum lohnt es sich, die Kanten von Anfang an abzudichten.

Platten ersetzen

Eine kaputte Platte musst du nicht gleich mit dem ganzen Haus tauschen.

  • Beim Hersteller fragen: Viele Marken verkaufen Ersatzplatten passend zum Modell. Halte die Modellbezeichnung bereit.
  • Selbst zuschneiden: Hohlkammerplatten bekommst du im Baumarkt. Miss die alte Platte genau aus und nimm dieselbe Stärke, sonst passt sie nicht in die Profile.
  • Schneiden: mit einem scharfen Cuttermesser entlang der Stege oder mit einer feinen Säge quer dazu.
  • Befestigung prüfen: Klammern und Dichtgummis werden mit den Jahren spröde. Tausch sie gleich mit.

Welche Stärke solltest du nehmen?

  • nur Sommergemüse: 4 mm
  • lange Saison: 6 mm
  • fast ganzjährig oder mit Heizung: 8 bis 10 mm

Alle Häuser mit Hohlkammerplatten findest du unter Gewächshäuser mit Polycarbonat. Den Vergleich mit Glas liest du im Ratgeber Polycarbonat oder Glas. Und wie du ein Haus mit dünnen Platten wärmer bekommst, steht unter Gewächshaus heizen.

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