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Gewächshaus-Vergleich

Gewächshaus heizen: Frostwächter, Paraffin oder Strom?

Stand: Oktober 2026

Ein ungeheiztes Gewächshaus ist im Winter nur ein paar Grad wärmer als draußen. In klaren Frostnächten kann es drinnen genauso kalt werden. Wenn du Kübelpflanzen überwintern oder früh im Jahr säen willst, brauchst du eine Heizung. Meist reicht es, das Haus frostfrei zu halten, also knapp über null Grad.

Erst dämmen, dann heizen

Jede Heizung arbeitet gegen die Hülle. Je besser das Haus dämmt, desto weniger musst du heizen.

Luftpolsterfolie (Noppenfolie)

Die günstigste Dämmung ist Luftpolsterfolie von innen an Wänden und Dach. Sie wirkt wie eine zusätzliche Luftschicht.

  • Große Noppen dämmen besser als kleine.
  • UV-stabile Folie speziell für Gewächshäuser hält mehrere Winter. Normale Verpackungsfolie wird schnell brüchig.
  • Befestigung: mit Klammern oder Saugnäpfen an den Alu-Profilen, nicht mit Klebeband auf den Platten.
  • Nachteil: Die Folie nimmt Licht. Im Winter ist das für überwinternde Kübelpflanzen meist kein Problem, für die Anzucht schon. Nimm sie im Frühjahr ab.

Frostwächter

Ein Frostwächter ist eine kleine elektrische Heizung mit Thermostat. Er schaltet sich ein, wenn die Temperatur unter einen eingestellten Wert fällt, und wieder aus, wenn es warm genug ist.

  • Vorteile: läuft automatisch, keine Abgase, einfach zu bedienen
  • Nachteile: braucht eine Steckdose, Stromkosten

Für den Strom brauchst du eine Außensteckdose oder ein für draußen zugelassenes Kabel, abgesichert über einen FI-Schutzschalter. Wenn du keine Steckdose im Garten hast, lass sie von einem Elektriker legen. Ein Verlängerungskabel quer über den Rasen ist keine Lösung für den ganzen Winter.

Was kostet das? Das hängt von der Leistung und der Laufzeit ab. Rechenbeispiel: Ein Gerät mit 1.000 Watt, das in einer kalten Nacht 8 Stunden läuft, verbraucht 8 kWh. Multipliziere das mit deinem Strompreis. Dank Thermostat läuft das Gerät nur, wenn es nötig ist, in milden Nächten also gar nicht.

Passende Geräte findest du unter Zubehör: Frostwächter und Heizung.

Elektrische Heizung mit Gebläse

Ein Heizlüfter für Gewächshäuser ist ein stärkerer Frostwächter mit Ventilator. Er verteilt die Wärme gleichmäßig und bewegt die Luft, das beugt Schimmel vor.

  • Gut für: größere Häuser oder wenn du mehr als nur frostfrei willst, zum Beispiel für die Anzucht im Februar
  • Wichtig: Nimm ein Gerät, das für feuchte Räume ausgelegt ist. Ein normaler Heizlüfter aus dem Baumarkt ist nicht für Kondenswasser gemacht.

Paraffinheizung

Eine Paraffinheizung (auch Petroleumheizung) verbrennt flüssigen Brennstoff. Sie braucht keinen Strom.

  • Vorteile: funktioniert ohne Steckdose, günstig in der Anschaffung
  • Nachteile: kein Thermostat bei einfachen Modellen, sie brennt also durch, auch wenn es nicht nötig ist
  • Abgase und Feuchtigkeit: Beim Verbrennen entstehen Abgase und Wasserdampf. Das Haus muss etwas Luft bekommen, und auf den Platten bildet sich mehr Kondenswasser.
  • Sicherheit: Halte dich genau an die Anleitung des Herstellers, stell die Heizung kippsicher auf und halte Abstand zu Pflanzen und Folie.

Für ein kleines Haus ohne Strom kann Paraffin eine Notlösung für ein paar Frostnächte sein. Für den ganzen Winter ist ein Frostwächter bequemer.

Ohne Heizung: einfache Tricks

  • Wasserfässer: Dunkle Kanister mit Wasser speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts ab.
  • Vlies: Leg Gartenvlies in Frostnächten direkt über die Pflanzen.
  • Pflanzen zusammenstellen: Kübel eng zusammen und auf Holz oder Styropor statt auf kaltem Boden.
  • Kompost: Ein Komposthaufen im Haus gibt etwas Wärme ab, braucht aber Platz.

Das Thermometer

Ohne Thermometer heizt du blind. Ein Min-Max-Thermometer zeigt dir, wie kalt es nachts wirklich war. So siehst du, ob deine Heizung reicht oder ob du Geld verschwendest.

  • Häng es auf Pflanzenhöhe, nicht direkt unters Dach und nicht in die Sonne.
  • Ein Funkthermometer mit Anzeige im Haus warnt dich, bevor es zu spät ist.

Thermometer findest du unter Zubehör: Thermometer und Schatten.

Welche Lösung passt zu dir?

  • Ein paar Kübelpflanzen frostfrei: Luftpolsterfolie plus kleiner Frostwächter mit Thermostat
  • Früh im Jahr säen: gut gedämmtes Haus plus elektrische Heizung mit Gebläse
  • Kein Strom im Garten: Paraffin für einzelne Nächte, besser aber eine Steckdose legen lassen

Wenn du dein Haus erst noch kaufst, achte auf die Plattenstärke. Das spart dir jeden Winter Geld. Mehr dazu in der Kaufberatung oder direkt bei den Gewächshäusern mit Polycarbonat.

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